Der dbb Bundesvorsitzende Klaus Dauderstädt hat in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Ausgabe vom 17./18.November) dafür geworben, die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Dienstes als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu begreifen. "Wir alle müssen uns darüber klarwerden, welche Aufgaben der Staat zukünftig übernehmen soll - und wie wir das bezahlen wollen", so der dbb Chef. "Bessere Bildung verlangen, aber Lehrerstellen streichen? Mehr Sicherheit fordern, aber die Polizeikräfte ausdünnen? Ämterbesuche als zu aufwändig geißeln, aber Verwaltungsstellen abbauen? Das funktioniert so nicht."

Die politischen Rezepte der Vergangenheit, wie etwa pauschaler Stellenabbau und Privatisierungen, seien auch im übertragenden Sinne "von gestern".

"Diese Einsicht teilen die Bundesbürger, von denen sich nur noch 17 Prozent für weitere Privatisierungen aussprechen. 83 Prozent halten hingegen eine starke öffentliche Verwaltung für unerlässlich", verweist Dauderstädt auf die Ergebnisse der vom dbb in Auftrag gegebenen "Bürgerbefragung öffentlicher Dienst 2012". Das zunehmend gute Image der Verwaltung stimme optimistisch, da in den nächsten Jahren über 700.000 Beschäftigte altersbedingt ausscheiden und der öffentliche Dienst sich mehr denn je als attraktiver Arbeitgeber positionieren muss. Vor diesem Hintergrund müsse es die öffentlichen Arbeitgeber allerdings nachdenklich stimmen, dass die Einkommensentwicklung für eine große Mehrheit der Beschäftigten hinter der in der freien Wirtschaft zurückbleibe.

"Den öffentlichen Dienst fit für die Zukunft zu machen, wird also eine Aufgabe für uns alle", schreibt Dauderstädt. "Für jeden einzelnen Bürger, der für sich entscheiden muss, welche Leistungen er vom Staat erwartet.

Für die Politik, die zwischen den zugewiesenen Aufgaben, den eingesetzten Ressourcen und den auch daraus resultierenden Arbeitsbedingungen ein gesundes Maß finden muss. Für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die die Bedeutung ihrer Arbeit immer wieder erklären und ihre Interessen deutlich formulieren müssen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass uns das gelingen kann."